Können Katzen im Dunkeln sehen?

Die Frage haben sich bestimmt schon viele gestellt, ob Katzen im Dunkeln sehen können. Was ja offensichtlich ist, daß Katzen eine ausgezeichnete Sicht auch bei Nacht haben. Dies ist ja auch für die Jagd absolut unerlässlich. Wir vom BKH Blog sind daher der Frage genauer auf den Grund gegangen.

Wie können eigentlich Katzen im Dunkeln sehen?

Können Katzen im Dunkeln sehen?

Fakt ist, daß Katzen, wenn man die Proportionen betrachtet, die größten Augen aller Fleischfresser im Vergleich zu ihrer Körpergröße haben. Nimmt man den durchschnittlichen Augendurchmesser, so kommt man auf ca. 21 Millimeter. Der Mensch, erheblich größer, kommt auf ungefähr 24 Millimeter im Vergleich. Dadurch, daß das Auge weit aus dem Kopf hervorragt, haben die Stubentiger einen Sehwinkel von etwa 280 Grad. Für die frontale Sicht benötigt sie beide Augen und 120 Grad ihres Sichtwinkels. Damit hat sie ein enormes räumliches Vorstellungsvermögen und kann ausgezeichnet Entfernungen abschätzen. Dies ist perfekt für die Jagd, da sie lauernd einen sehr großflächigen Geländebereich betrachten und damit genau im richtigen Moment gezielt zuschlagen kann.

Sieht eine Katze besser als der Mensch?

Diese Frage kann man nicht so direkt beantworten. Tatsache ist, daß die Sehschärfe einer Katze dem Menschen eher unterlegen ist. Im Bereich ca. zwischen 2 und 6 Metern sieht sie genauso scharf wie ein Mensch. Außerhalb dieses Blickspektrums nimmt sie ihre Umwelt nur undeutlich wahr. Das heißt aber nicht, daß sie kurzsichtig ist und nichts erkennen kann. Auch außerhalb ihres Kernbereiches erfasst sie alles sehr präzise. So kann die treue Samtpfote ihren Halter theoretisch bis zu 100 Metern erkennen. Dafür muß sie nicht das Gesicht erkennen, sondern nur die Bewegungen, die Umrisse und die Charakteristik.

Mehr Schärfe in der Sicht benötigt sie auch nicht. Wichtig ist die Entfernung eines oder zweier Katzensprünge. Sie schleicht sich nah genug an die ausgemachte Beute heran bis diese sich in ihrem Fokus-Sichtfeld befindet. Dann kann sie die Distanz zum Beutetier exakt abschätzen, zum Sprung ansetzen und ihre Kraft genau so einsetzen, daß sie präzise ihr Ziel erreicht.

Und wie sieht es nun bei Katzen im Dunkeln aus?

Nicht die Schärfe, sondern die Sehstärke und die Lichtempfindlichkeit machen die ausgezeichnete Sicht der Katze aus. Bei starker Sonneneinstrahlung wird die Pupille des Katzenauges zu einem Schlitz, der die Lichteinstrahlung verringert und das Auge schützt. Die Katze im Dunkeln macht genau das Gegenteil. Sie weitet die Pupille, so daß sie groß und rund erscheint. Dadurch kann sie sich immer optimal auf das Licht um sie herum einstellen.

Um bei Dunkelheit sehen zu können, hat eine Mieze im Augenhintergrund noch eine reflektierende Schicht, dem so genannten tapetum lucidum. Dieser wirkt wie ein Nachtsichgerät, welches das Restlicht verstärkt. Beobachten kann man diese Reflektionsschicht wenn die Katzenaugen im Dunkeln so gespenstisch Leuchten. Dieses Leuchten wird auch Photolumineszenz genannt. Allerdings kann auch eine Katze bei totaler Dunkelheit nichts sehen, da zumindest ein bisschen Restlicht vorhanden sein muß.

Zusatzfrage: Sind Katzen farbenblind?

Auf das Erkennen von Farbe hat die Katze im Laufe ihrer Entwicklung aus praktischen Gründen einfach verzichtet, weil ihre hauptsächlichen Beutetiere schon immer eher ein graues oder grau-braunes Fell hatte. Das Katzenauge hat weniger Zapfen auf der Netzhaut als beispielsweise der Mensch. Es fehlen auch die Zapfen im Auge, die rotes Licht empfangen können. Aus diesem Grund erkennt sie wahrscheinlich Blau und Grün, aber fasst Gelb und Rot als grau auf. Aber wie schon erwähnt, ist das für sie nicht besonders wichtig.

BKH Blogger am 30. November 2016

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